Über uns ...


Wir sind SaLzig (Solidarität aus Leipzig). Wir setzen uns als Verein solidarisch für geflüchtete Menschen in Deutschland ein. Insbesondere für die, die aufgrund des einschränkenden Asylrechts, der bürokratischen Hürden und der mangelhaften Unterbringung in abgeschotteten Erstaufnahmeeinrichtungen unter prekären Verhältnissen in und um Leipzig leben.

Unsere Arbeit

Unsere Gruppe 

Zum Camp und Leben in Dölzig


Das Camp in Dölzig ist eine Erstaufnahmeeinrichtung (kurz EAE). Sie befindet sich am Ende einer langen Straße im Industriegebiet, benachbart von einer ausladenden Racing-World und einem Campingwagen-Lager. In der Ferne die Skyline aus LKW-Stau auf einer mehrspurigen Schnellstraße. Hinter hohen Metallzäunen ragen die pastellgrünen Wohn- und Bürocontainer, der Mitarbeiter*innen-Parkplatz und eine Basketballfeld hervor. Den Eingang bilden massive Drehkreuze, die nur von der Security im Glaskasten betätigt werden können. Jede Person, die das Camp betreten will, kann dies nur mit einem campspezifischen Ausweis tun. Somit ist der Besuch von Bewohnenden, außer in Ausnahmefällen, nicht möglich.


Hier wohnen 300-600 Menschen auf sehr begrenztem Raum zusammen, während ihr Asylantrag bearbeitet wird. Die Bearbeitungszeit kann 2-3 Monate, oft aber auch länger, dauern - das ist immer ungewiss. 


Im Verlauf der Bearbeitung werden die Menschen zu zwei Interviews ins Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingeladen und müssen ihre Fluchtgründe vortragen. Die meisten Fragen bleiben jedoch unbeantwortet: Wie verhalte ich mich, so dass es günstig für mich ausgeht? Werden Sie mich richtig verstehen?

Wie lange dauert alles noch? Wo werde ich als nächstes hingebracht? Was passiert, wenn das Asylgesuch abgelehnt wird ? 


In dieser Zeit voll Ungewissheit und Instabilität hilft es sich eine Struktur aufzubauen, indem Menschen zum Beispiel regelmäßig nach Leipzig fahren und mit Menschen in Kontakt kommen, die diese Zeit schon hinter sich haben und Mut machen können. Eine vertraute Sprache sprechen und mal wieder etwas Bekanntes essen oder trinken. Einen Deutschkurs zu besuchen, um sich besser ausdrücken und selbstbestimmter handeln zu können. Ein Hobby von früher wieder aufnehmen und sich zeitweise ablenken von dem Stress des Asylprozesses und dem unbegrenzten Warten.


Jedoch sind für den persönlichen Bedarf (darunter fällt Verkehr, Mobile Daten, Freizeit...) nur 146 Euro im Monat eingeplant, und es besteht keine Arbeitserlaubnis in dieser Zeit. Allein für die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus zum Leipziger Hauptbahnhof bezahlt man 10 Euro. Um von dort aus weiter an Orte in der Stadt zu kommen, muss entweder nochmal eine Tram genommen, ein Fahrrad ausgeliehen oder zu Fuß gegangen werden. Man kann sich vorstellen, wie eingeschränkt die Lebensgestaltung in der EAE ist.